Teil 2 Klein Kuschibear in Gefahr
Mit wurde ziemlich mulmig zumute – da nehme ich meine kleine Schwester mit auf eine Party, und dann verliere ich sie. Wenn meine Eltern das herausbekommen hab ich sicher bis nächstes Jahr Weihachten Fernsehverbot – oder Computerverbot – oder, noch schlimmer – beides.
Nachdem wir einmal durch ganze Haus gerannt sind ohne auch nur die geringste Spur von Kuschibear zu finden, sind wir schliesslich wieder bei Bobby angekommen, der mittlerweile seinen besten Freund Ray gefunden hatte – in wenigen Sätzen, sofern das bei Coco überhaupt möglich ist, schildert sie unsere Misere. “Also hier im Haus kann sie eigentlich nicht sein – aber sicherheitshalber sollte nochmal jemand überall nachsehen. Die anderen beiden suchen im Garten”
Ich ging mit Ray in den Garten, während Coco und Bobby nach und nach die Räume des Hauses durchsuchten. Der Garten war recht gross, allerdings gab es einen kleinen beleuchteten Teich im hinteren Teil, ausserdem war es Vollmond, wodurch man im Garten recht gut sehen konnte. Ich hoffte nur, Kuschibear war dem Wasser nicht zu nahe gekommen, aber als ich näherkam sah ich dass keine Spur vom ihr in der Nähe des Gartenteichs zu sehen war. Puhhhh !
Nur – wo kann sie dann hinsein ? Ob sie den Garten vielleicht verlassen hat und auf die Strasse gerannt ist ? Aber auch auf der Strasse ist keine Spur von ihr, als ich zurück in den Garten komme hat Ray ihn schon überall durchsucht: “Also, wenn sie sich nicht irgendwo in einem Gebüsch versteckt ist sie nicht hier, sie muss wirklich auf die Strasse gelaufen sein”.
Zu dem schlechten Gefühl was meine Eltern wohl dazu sagen würden kommt nun noch die Sorge um Kuschibear. Ray läuft ins Haus um Coco und Bobby Bescheid zu geben, und kommt mit den beiden im Schlepptau wieder heraus. “Sie helfen uns suchen” erklärt Coco.
Zu 4 verlassen wir das Haus, und als wir auf der Strasse stehen schlägt mein Gefühl langsam von mulmig auf Panik um – meine kleine Schwester ist weg, und nur weil ich nicht aufgepasst habe…
“Also ich würd sagen” reisst Coco mich aus meinen Gedanken, “wir suchen jeweils zu zweit, Bobby und ich gehen in die eine Richtung” sie zeigt die Strasse hinunter, “und ihr beide in die andere”.
Die andere Richtung – wenn sie dort langgelaufen ist würde sie nach kurzer Zeit den unheimlichen Wald erreichen, wenn sie sich dort nun verlaufen hat ? Mutterseelenallein durch den Wald…
“Lass uns schnell gehen” sage ich zu Ray, “wir müssen sie schleunigst finden”. Also machen wir uns auf den Weg – in den unheimlichen Wald. Ich bin ja nun eigentlich kein Angsthase, aber wart ihr schonmal im Dunkeln im unheimlichen Wald ? Das ist so furchtbar gruselig, dass ich kaum atmen konnte.
Nach einer Weile stossen wir auf Sulutia, eine riesengrosse Spinne, die im unheimlichen Wald wohnt. Mein Herz bleibt fast stehen, ich hoffe nur, dass wenn wir ganz ruhig bleiben sie uns nichts tut. Aber was macht denn Ray ? Statt muchsmäuschenstill zu sein und sich nicht zu bewegen rennt er genau in Richtung Spinne, bevor ich noch irgendwas tun kann um ihn zurückzuhalten.
Plötzlich fängt Ray an zu reden ” Na meine Süsse, wie geht es dir heute ?”
Und zu meinem allergrössten Erstaunen antwortet die Spinne “Hey Ray, schön dich zu sehen – du warst ja lange nicht mehr hier”
“Es ist ein Notfall” Ray wird ernst “wir suchen ein kleines Pandamädchen in einem Eisbärenkostüm, und wir haben Angst dass sie sich hier im Wald verirrt hat”
“Ausgeschlossen ! Es gibt nur diesen einen Weg in den Wald, und wenn sie hier entlanggekommen wäre hätte ich sie gesehen.” Sie schaut mich an “hier kann deine Schwester auf keinen Fall sein.”
Ich bin fassunglos “aber, aber…ich dachte Sulutia ist gefährlich und frisst jeden auf der ihr zu nahe kommt”.
Die Spinne lacht “nein, nein, das denken die Pandas nur, ich habe aber eigentlich ganz gern meine Ruhe, und so kommt hier nur selten einer her. Du musst wissen” fährt sie in einem sehr vertraulichem Ton fort, “ich bin Vegetarier und esse nur Pflanzen. Aber bitte verrate es keinem, sonst ist es mit der Ruhe vorbei. “
Das kann ich mir zwar nur schwer vorstellen dass die Pandas zu Duzenden in den unheimlichen Wald laufen, aber versprechen tu is es trotzdem. Ausserdem bin ich unendlich froh dass sich Kuschi nicht im Wald verirrt hat.
Aber wenn sie nun nicht im Wald ist, wo kann sie dann sein ? Vielleicht der Ponyhof ? Wir waren vor einer Weile mal dagewesen, und Kuschi war hellauf begeisstert gewesen, vielleicht ist sie ja wieder dahin gelaufen, es ist aus der Baumhausstadt garnicht weit dorthin. Ein Versuch ist es auf jeden Fall Wert.
Inzwischen waren Coco und Bobby im Schloss angekommen, und Coco bedauerte es sehr, unter anderen Umständen hätte es für sie nichts aufregenderes gegeben als mit Bobby einen Besuch im Schloss zu machen, aber heute Abend fühlt sich Coco garnicht wohl – es war eine so dumme Idee gewesen die Kleine mit auf die Party zu nehmen, und wenn nun was passiert war dann würde sie sich das nie verzeihen können – schliesslich war sie ja auch begeisstert gewesen, denn ohne ihre beste Freundin wollte Coco nicht auf die Party gehen, und da hatte sie keinen Gedanken dran verschwendet dass etwas passieren könnte.
Bobby reisst Coco aus ihren Gedanken “lass uns zu Kamaria gehen – vielleicht sieht sie etwas in ihrer Kugel ?”
Die Idee ist Klasse, schnell rennen wir zum Turm, und ich habe auch schon fast den grossen Türklopfer in der Hand, als plötzlich einer zu mir sagt: “Du kommst hier net rein!”
“Was ? Aber wieso …?”
“Hier dürfen nur Pandas mit guter Laune rein – kommt wieder wenn ihr gute Laune habt” – mit diesen Worten hebt der Türsteher seine Nase wieder etwas höher in die Luft. “Na hör mal…” Coco holt wütend Luft, was nichts gutes befürchten lässt “Wenn du uns jetzt nicht sofort….” – plötzlich wurde sie von einem lauter Knarren unterbrochen, und Kamaria steht in der geöffneten Tür.
“Ich habe euch schon erwartet” sagt Kamaria, woraufhin Bobby und Coco einen erstaunten Blick wechselb. “Woher hast du gewusst…?” fängt Coco an.
“Meine Kugel” – Kamaria deutet auf ihr kleines Tischlein, “deswegen seid ihr doch gekommen, nicht wahr ?”
Kamaria hat immer ein Gespür dafür wenn in Panfu irgendetwas nicht in Ordnung ist, und vor etwa einer Stunde wurde sie von eben jedem schlechten Gefühl beschlichen. Seitdem hatte sie aufmerksam ihre Kristallkugel studiert, damit sie schnell bei der Lösung des Problems helfen kann.
“Hast du Kuschibear gesehen ? Weisst du wo sie ist ? Ist ihr etwas passiert ?” sprudelt Coco hervor “Du musst uns helfen sie zu retten – bitte !!” flehentlich schaut sie Kamaria an.
“Ich habe Kuschibear in meiner Kugel gesehen, und soweit ich sehen konnte ist sie auch unverletzt”
“Wo ist sie denn und was macht sie ?”
Kamaria schüttelt den Kopf. “Eine Kristallkugel ist ein Fernseher. Man sieht nur wenige Dinge, und die sind oft sehr verschwommen oder im Nebel. Aber” fährt sie fort “ich habe ein Haus gesehen – ein sehr kleines Haus, genau konnte ich es nicht sehen weil das Haus im dichten Nebel stand. Und dann habe ich auch noch etwas anderes gesehen – es war ein dunkles Wesen das sehr merkwürdige Geräusche von sich gibt…
“Sie ist bestimmt im unheimlichen Wald, und dort wird sie in einer Hütte von einem gruseligen Wesen gefangengehalten! Und nun sind Coco und Bobby auch in Gefahr und…oh nein !” – allein der Gedanke…mir wird ganz schlecht.
“Nein, der unheimliche Wals ist das nicht” Kamaria ist sich scheinbar sicher, also beruhige ich mich wieder ein wenig. Aber trotzdem hört sich das nicht gut an. “Was machen wir denn nun ?”
Kamaria starrt wieder in die Kugel. Nach einer Weile sagt sie “hmm, ich glaube das ist eine Fahne die ich da sehe…ja, eine Fahne, ich kann dir nicht sagen wie gross sie ist, aber halte nach einer Fahne ausschau”
“Auf der Rennbahn sind Fahnen” platzt Bobby heraus – so gross dass sie jeder sehen kann – oh meine Güte, die Rennbahn kann für einen so kleinen Panda sehr gefährlich sein. Lass und schnell dorthin” sagt er zu mir, und zu Kamaria. “Vielen Dank für deine Hilfe, wir müssen ganz schnell los, dass wir die kleine wohlbehalten zurückbekommen” – mit diesen Worte schiebt er Coco regelrecht zu Tür hinaus – er muss wirklich erst meinen damit dass die Rennbahn gefährlich ist, so hatte Coco ihn noch nie erlebt.
Ray und ich hatten inzwischen den Ponyhof abgesucht, wir sind zwar auf ein paar Kekskrümel gestossen, und auf einiges Werkzeug, aber von Kuschi keine Spur – als wir aber gerade fertig sind treffen wir auf Pandafreunde von uns, die gerade vom grossen See kommen, wo sie erst gebadet und Abends gegrillt hatten. Mit der Dunkelheit kamen allerdings auch die Mücken, und so hatten sie beschlossen den Abend woanders fortzusetzen. Als ich ihnen von Kuschibär erzähle unterbricht mich einer: “Ein Eisbärkostüm hatte sie an ? Wir waren auf der anderen Seeseite, auf dem Rückweg kamen wir am Schwimmbad vorbei, und da habe ich was grosses weisses gesehen, ich hatte mich schon gewundert, aber nicht weiter drüber nachgedacht – aber wo du das nun so sagst…
“Zeig mir bitte die Stelle”, und er nickt, während seine Freunde schonmal nach Hause gehen kommt er nochmal zum Schwimmbad mit. Durch den Zaum weisst er auf eine Stelle im Dunkeln, und man kann tatsächlich etwas weisses sehen – allerdings haben wir ein grosses Problem – das Schwimmbad ist nachts zu, und mit einem grossen Zaun gesichert. Es gibt allerdings ein kleines Loch, das leider nicht gross genug ist damit wir durchpassen – Kuschibear allerdings, die ja viel kleiner ist hätte sich vielleicht durch das Loch zwängen können.
“Kuschiiiii !!” rufe ich, und schaue ob sich in der Dunkelheit etwas bewegt, aber Fehlanzeige.
“Wir müssen da irgendwie rein…aber wie ?”
Der Besuch auf der Rennbahn war nur kurz – es genügte ein einziger Blick auf die verlassene, tief im dunkeln liegende Bahn um sicher zu sein dass Kuschi nicht hier ist – man hätte sich auch nirgends verstecken können ohne sofort entdeckt zu werden.
“Und wohin nun? Coco ist etwas ratlos. “Am besten wir gehen in Richtung Vulkan, dann müssten wir die anderen beiden auch treffen, vielleicht hatten sie mehr Erfolg”
Als wir in der Nähe des Ponyhofs sind kommen ihnen 2 Pandas entgegen, als sie näherkommen stellen sie fest dass sie die beiden kenne, sie gehen zusammen auf eine Schule. “Coco, Bobby” sprudelt der eine hervor “wir haben gerade eure Freunde getroffen, und sie sind nun mit Sam unterwegs, der hat was weisses im Schwimmbad gesehen, und nun zeigt er ihnen wo”
Sofort ändern die beiden ihre Marschroute in Richtung Schwimmbad.
“KUUUUSCHIIIII !!!” rufe ich noch einmal laut, aber keine Antwort. Sie liegt in der Dunkelheit auf dem Boden ohne sich zu rühren.
“Ich klettere über den Zaum” beschliesst Ray in diesem Moment – und ich bin gerührt dass er sowas für meine kleine Schwester machen will, aber oberhalb des Zauns ist in grossen Schlingen Stacheldraht gespannt – logisch dass man in einem Schwimmbad Stacheldraht braucht, es könnt ja einer einbrechen und das ganze Wasser stehlen.
Aber das ist garnicht nötig – ein paar Meter weiter entdecken wir ein Loch im Zaun, und schlüpfen hindurch. Besser hätte es nicht laufen können…doch plötzlich hören wir ein Knacken, es hört sich dann als ob sich etwas durchs Gebüsch schleichen würde. Ich wusste dass es hier in der Nacht nicht ganz ungefährlich war, und obwohl ich nicht allein war klopfte mir das Herz bis zum Hals – plötzlich knackte es nochmal, und es war ganz in der Nähe – ich hatte das Gefühl dass sich jemand an mich heranschlich, und wollte gerade laut rufen, als ich auch schon nach vorne gewissen wurde…
Ende Teil 2
Teil 3 folgt…








